Hulle schreitDanke Hulle, danke Rüdiger (du Pfeife ;-)! Der Intention zum Trotz, nicht zu schwitzen, wurden Arsch und Füße bewegt, denn es ging nicht anders. Diese Jungs aus New York machen einfach Spaß! Jetzt ist mein T-Shirt von Schweiß getränkt, meine Stimme klingt wie nach einem Fußballspiel, die Hose von Regenwasser und ich falle glücklich ins Bett, eine signierte neue CD und eine signierte neue LP in meiner Sammlung wissend. Leute, wer die Möglichkeit hat, die

Seltsamstag

Die vermeintliche Pflicht des Schenkens trieb mich zum Briefkasten und dank verpasster letzter Leerung für diesen Tag direkt weiter ins vorweihnachtliche Gedränge der Innenstadt. Es war das erster Mal, dass ich an einem normalen Briefkasten anstehen musste. Sendung um Sendung zauberte die gar nicht so zauberhaft aussehende Dame mittleren Alters vor mir aus ihrem Rucksack. Das zwang mich zu verwunderten Überlegungen bezüglich dessen Verhältnis von Innen- zu Außendimension. Die Frage, ob die Frau womöglich »Alice« hieße, schluckte ich jedoch herunter, denn was will man erwarten von einem Tag, dessen Merkwürdigkeiten mit einem eiligen Asiaten begannen, der anscheinend nicht die nötige Koordination aufbrachte, um im schnellen Schritte auch den zweiten Helly Hansen-Ärmel in der allgemein gebräuchlichen Weise zu verwenden. So hing er (der Ärmel, nicht der Asiate) traurig mitsamt der restlichen Jackenhälfte am Rücken herunter, während der Asiate mit unverändertem Gesichtsausdruck an mir vorbeistob. Vielleicht täusche ich mich aber, und ein Musikvideo hat den nächsten coolen Modetrend ausgelöst. Ich werde die Augen offen halten.
Der Merkwürdigkeiten noch nicht überdrüssig, wartete der Tag mit erstaunlich vielen schlecht gebundenen Krawatten auf. Mein durch den letzten Modell-Foto-Termin diesbezüglich geschärftes Auge erblickte lediglich ein richtig gut gebundenes Exemplar. Jetzt höre ich schon die Kritik: »Er schreibt über Schlipse. Was soll das?« Nun, es fiel eben auf, genau wie die jungen Franzosen, die bereits um halb elf mit Bierflaschen laut krakeelend den Gehweg blockierten. Mit Promille und Lautstärke ruft auch die Sprache der Liebe nur mehr einen Fluchtreflex hervor, keine Spur von erotisierender Wirkung, und die Gesichtsausdrücke der begleitenden Französinnen bestätigten dies.
Abgesehen vom Kakao (natürlich mit Amaretto) in netter Gesellschaft auf dem ansonsten stimmungslosen Weihnachtsmarkt gab die Stadt an diesem Tag nichts her. Selbst die Buchhandlung konnte mich zu keinem Kauf verleiten. Der Rest ist Heimweg.

zu viel

Aber was, wenn nun doch einmal…? Wann war das zuletzt? Innerliches Schulternzucken. Okay, sei hart. Sei eisern! Gib dir einen Ruck!
Ein Zögern. Ein Rückfall. Ich schaffe es nicht. Ich habe einfach zu viele Klamotten. Dessen bin ich mir verhältnismäßig sicher. Nur wie diese Misere beseitigen? Ganz einfach: Neu einkaufen!
Danach ist es viel einfacher, die alten Sachen auszusortieren. Hahaaa, gewusst wie! Selbst ist der Mann, und der Konsum ist mein bester Freund (von Duschen abgesehen).
Schweren Herzens trenne ich mich von meiner ersten selbst gekauften Jeans.